Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?
In einer zunehmend digitalisierten Welt wächst die Bedeutung von barrierefreien Online-Inhalten und Dienstleistungen. Das BFSG wurde eingeführt, um Menschen mit Behinderungen, älteren Personen und Nicht-Muttersprachlerinnen und Nicht-Muttersprachlern einen uneingeschränkten Zugang zu digitalen Angeboten zu ermöglichen. Es überführt den European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht und stellt erstmals auch private Wirtschaftsakteure vor klare Anforderungen zur digitalen Barrierefreiheit.
Was regelt das Gesetz und wen betrifft es?
Das BFSG legt konkrete Anforderungen an die Barrierefreiheit für zahlreiche digitale Produkte und Dienstleistungen fest. Dazu gehören insbesondere Websites, mobile Anwendungen, Telekommunikations- und Bankdienstleistungen sowie bestimmte Softwareprodukte. Unternehmen, die Onlineshops oder digitale Dienstleistungen anbieten, müssen ihre Angebote so gestalten, dass sie für alle Nutzerinnen und Nutzer zugänglich sind.
Welche Verpflichtungen haben Onlinehändlerinnen und -händler?
Unternehmen, die einen Onlineshop betreiben oder digitale Dienstleistungen bereitstellen, müssen ihre Websites und mobilen Anwendungen anpassen. Die wichtigsten Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit umfassen:
Gibt es Ausnahmen für kleine Unternehmen?
Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von höchstens zwei Millionen Euro sind von der Pflicht zur Umsetzung des BFSG ausgenommen. Dennoch wird empfohlen, sich freiwillig an den Barrierefreiheitsstandards zu orientieren. Eine barrierefreie Website kann die Kundengruppe erweitern und die Nutzerfreundlichkeit insgesamt verbessern.
Warum ist das BFSG wichtig?
Viele Unternehmen betrachten gesetzliche Anforderungen zur Barrierefreiheit als zusätzliche Belastung. Tatsächlich bietet eine barrierefreie Gestaltung jedoch viele Vorteile. In Deutschland leben rund 12,5 Prozent der Bevölkerung mit einer dauerhaften Behinderung, etwa 22 Prozent sind über 65 Jahre alt, 15 Prozent sind keine Muttersprachlerinnen und Muttersprachler und 7,5 Prozent haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Insgesamt profitieren somit etwa die Hälfte aller Menschen in Deutschland von barrierefreien digitalen Angeboten.
Wie können Händlerinnen und Händler ihre Websites barrierefrei gestalten?
Um den Anforderungen des BFSG gerecht zu werden, sollten Unternehmen frühzeitig eine Analyse ihrer digitalen Angebote durchführen. Dabei helfen folgende Maßnahmen:
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Welche Chancen bietet eine barrierefreie Website?
Die
Umsetzung der Barrierefreiheitsanforderungen ist nicht nur eine
gesetzliche Verpflichtung, sondern bietet Unternehmen auch
wirtschaftliche Vorteile. Eine barrierefreie Website kann neue
Kundengruppen erschließen, das Markenimage verbessern und die
Kundenzufriedenheit steigern. Zudem können frühzeitige Maßnahmen
verhindern, dass Unternehmen nach Ablauf der Umsetzungsfrist von fünf
Jahren mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert werden.